Arbeit unter Palmen
- Madeleine Schauer
- 30. Juni 2024
- 12 Min. Lesezeit
Tag 301 - Ausflug an die Lagune
Wie ersehnt war dieser freie Tag! Die erste komplette Arbeitswoche haben wir hinter uns gebracht und können sagen: War anstrengend. ;-) Die Füße freuen sich über eine Pause von den Gummistiefeln und auch der Rest des Körpers atmet tief durch.
Für ein paar Einkäufe sind wir wie üblich in die Stadt Guarayos gefahren. Erdnussbutter und Obst haben wir jetzt also wieder in reichlichen Mengen. :-)
In einem Café an der Straße haben wir uns noch ein paar Empanadas mit Käse und einen Pfirsichsaft gegönnt, bevor es zurück ins Camp ging. Diesmal sogar nicht ganz so gequetscht wie letzte Woche, es gab nämlich heute zwei Taxis. ;-)
Den Nachmittag haben wir an einer nahegelegenen Lagune verbracht. Eine riesige, flache Wasserlandschaft umgeben von Schilf und Regenwald. Beim ersten Schritt ins Wasser haben sich die Füße noch mehr gefreut als ohnehin schon, der Boden besteht nämlich aus ganz weichem Schlamm - Mud Spa quasi. ;-) Bei manchen ist das dann direkt in eine Schlammschlacht ausgeartet.
Die einzigen Körperteile, die keine Erholung bekommen, sind Arme und Hände. Drei große Ladungen Handwäsche in zwei Nachmittagen, das ist ein richtiges Arm-Workout. ;-)
Zum Abendessen gab's noch einen kleinen Schocker: Eine Vogelspinne, die gemütlich die Wand hochklettert...
Tag 302 - Wochenstart am Sonn-Montag
Die kleinen Katzen haben sich heute sehr lang bitten lassen, bevor sie dann endlich an der Leine waren und wir loslaufen konnten. Aber aufgrund ihrer Niedlichkeit kann man ihnen nicht mal böse sein, wenn man zu spät zum Frühstück kommt.
Heute war die nächste Trainingssession unseres Neulings. Scheinbar haben die Koordinatoren genug Vertrauen in Sam und mich, dass wir ihn ohne Anwesenheit eines Koordinators trainieren dürfen. Wir haben uns auch größte Mühe gegeben. Im Anschluss an Maggies Spaziergang sind wir noch eine Runde gegangen mit Sam an der Leine. Man muss schon sagen, dass er aggressiver drauf war als Maggie. Alle Szenarien sind also einmal durchgespielt.

Die Arbeit mit der Machete für Peanuts erweitere Feuerschneise hat heute wirklich Opfer erfordert! Nicht nur, dass wir gerade unter wirklich großer Hitze leiden und jede körperliche Arbeit zum absoluten Schweißausbruch führt. Auch eine Blase an der Hand gab's gratis dazu - die passt jetzt allerdings zu denen von Marvin, er hat zwei an genau der gleichen Stelle. ;-) Als wäre das nicht genug, hat Peanut auch noch meinen Gummistiefel mit dem Grünzeug vor dem Zaun verwechselt und mir in den Knöchel gebissen. War viel Gummi drumrum, weh tat es trotzdem...
Spielstunde mit Marley. Da ich heute eventuell das letzte Mal (wir werden sehen) bei Marley war, habe ich mich nochmal reingekniet und mehrfach versucht mit ihr zu spielen. Das hat auch meistens sehr gut funktioniert. Entweder mit einem Eisball (im Luftballon gezüchtet), mit dem sie Fußball spielte, mit einem Lianenkneul am Seil, welches ich hinter mir herzog als ich um ihr Gehege rannte und mit einem Stein, den ich als Bowlingkugel entlang ihres Gitters kegelte. Dabei habe ich mich aber mindestens genauso verausgabt wie Marley. Ich wurde nur einmal angefaucht. Es ist aber auch echt schwer einzuschätzen wie es jetzt mit uns beiden weitergehen soll, ob es einen Sinn hat oder nicht. Manchmal sind die Tage besser, manchmal quasi nicht vertretbar. Ich möchte ja nicht in der Haut der Entscheidenden sein.
Mein Training mit Gaia ist jetzt abgeschlossen, da ich den zweiten Spaziergang gut gemeistert habe. Jetzt kann ich auch vorn am ersten Seil laufen, da hat man die Katze allerdings im Rücken und muss sich doch sehr auf seinen Partner verlassen können. Hier gab's aber keine Bisse und bis auf gelegentliches Fauchen auch keine verbalen Attacken. ;-) Problem beim Spaziergang mit Katzen sind aber wirklich die Mücken. Die Hände sind nun mal ungeschützt und rumfuchteln kann man nicht mit der Leine in der Hand. Fazit: Wieder mal dick geschwollene Finger und krabbelnde Hände...
Tagtäglicher Abendgenuss: mal wieder matschige Nudeln mit Gemüse ohne jeglichen Geschmack. Da hilft nur viel Salz und Mayonnaise - mangels Alternativen nutzen wir das hier alle als Geschmacksverstärker, Dip und zum Anfeuchten von zu trockenem Essen. ;-) Das Mittagessen ist uns allen irgendwie lieber, die Bohnen mit Reis haben dann doch mehr Geschmack. ;-)
Tag 303 - Viel zu tun
Zwar waren die kleinen Katzen heute schnell an der Leine, haben sich aber dann auf dem Weg entschieden, erstmal eine laaaaange Pause einzulegen. Mariano hat es sich neben meinen Gummistiefeln bequem gemacht und eine knappe Stunde nicht bewegt. Viel Zeit, um in den morgendlichen Dschungel zu schauen, mehr kann man ja nicht machen. ;-)
Auch die Feuertaufe meines neuen Kollegen verlief recht unaufgeregt. Wir konnten Maggie sogar davon überreden, eine größere Runde zu laufen. Jedes Mal wenn diese große Raubkatze sich mit eingeknickten Pfötchen auf dem Waldboden über den Rücken rollt und dabei ihren superflauschigen Bauch gen Himmel zeigt geht einem echt das Herz auf.
Peanut hat heute Besuch bekommen, denn einer der Freiwilligen macht aktuell schicke Fotos für CIWY's Social Media. Dafür hat sich der kleine Fuchs auch von seiner besten Seite präsentiert: Viel Streicheln, still halten und süß gucken. :-) Als Belohnung hat er ein paar neue Spielsachen bekommen: Äste mit Parfum, ein Blätterhaufen zum Buddeln und mehr Grünzeug für sein Tipi. Er hat da einen wahren Abenteuerspielplatz vor der Nase. :-) Und ein Herzchen für sein Tür, das ist aber mehr zur Erheiterung seiner menschlichen Besucher. ;-)
Nachmittags war ich erneut bei Maggie, zum ersten Mal ganz allein. Da wir heute früh schon so viel unterwegs waren, ist sie nicht nochmal aus dem Gehege gekommen. Dann habe ich mich halt tatkräftig mit der Machete an ihre Feuerschneise gemacht.
Ausnahmsweise habe ich den Nachmittag nicht mit Gaia verbracht, da sie einen neuen Freiwilligen kennenlernen sollte und ihr drei Leute dann doch zu viele sein werden. Dafür konnte ich nachmittags endlich mal zu den Gatitos, da ist nämlich außer den morgendlichen Spaziergängen viel zu tun, aber nie Zeit dafür. Dank einer Wasserpumpe in der Nähe konnten die Pflanzen endlich mal etwas besser gewässert werden als morgens, die Holzplattformen habe ich geschrubbt und neues Grünzeug für die Kleinen besorgt. Außerdem wollte ich endlich mal alle Pfade ausprobieren und mit GPS tracken, damit wir eine vollständige Karte haben und uns nicht mehr verlaufen können. Der Weg zur Lagune war dann doch einigermaßen zugewuchert und ich stand kurz mitten im Dschungel - dank GPS hab ich den Rückweg aber schnell gefunden. ;-) Die Lagune ist wirklich hübsch und idyllisch! Mal sehen, ob die Katzen morgens mal Lust haben, den weiten Weg dorthin zu laufen.
Abends haben wir uns alle versammelt, um über unsere Tierspezies zu plaudern und mal zu hören, was andere den ganzen Tag machen, Fragen zu stellen und fünf (!) neue Freiwillige zu begrüßen. Jetzt wird's ganz schön voll in den Zimmer.
Tag 304 - Halbzeit
Ein Wunder ist geschehen! Über Nacht ist es ganz schön abgekühlt, sodass wir morgens bei für uns frischen 19 Grad in den Tag gestartet sind. Offensichtlich gefällt den Tieren die kühle Luft aber auch deutlich besser, denn Beo und Boudica sind gleich losgesprintet und haben sich (wundersamerweise) für den langen Weg zur Lagune entschieden! Wie gut, dass ich gestern noch den Weg getrackt habe. ;-) Die beiden hatten wirklich eine gute Zeit und haben es offensichtlich genossen, mal einen anderen Weg auszuprobieren und früh auf's Wasser zu schauen. :-) Dafür waren wir aber auch 45 Minuten zu spät beim Frühstück. ;-)
Seit heute lässt uns die Hitze endlich mal ein wenig verschont. Das führte sogar dazu, dass ich mir mitten in der Nacht den Schlafsack auspacken musste und alle zusammen beim Frühstück sich etwas vor bibberten. Auf dem Papier war es heute noch gar nicht so kalt, das kommt erst noch die nächsten Tage. Aber wir sind halt einfach nichts mehr gewohnt, obwohl wir uns vor zwei Wochen noch in Uyuni die Zehen abfroren. Man sagte uns, dass Katzen bei Kälte aktiver werden. Maggie hat scheinbar aber niemand Bescheid gegeben. Sie lag genau so lang wie gewohnt an den üblichen Stellen.
Peanut scheint nicht unbedingt der mutige Fuchs zu sein, für den er sich manchmal hält. ;-) Als ich das ganze Gestrüpp seiner frisch geschlagenen Feuerschneise mithilfe eines großen grünen Sacks aufräumen wollte, ist er doch direkt weggerannt. Kam mir komisch vor und ich bin versuchsweise mit Tüte in der Hand eine Runde ums Gehege gelaufen - ja, definitiv war die Tüte das Problem. Wer weiß, was er erlebt hat, bevor er hierher in den Park kam. Ein paar Streicheleinheiten später war die Welt aber wieder in Ordnung. :-) Offenbar ist er auch kein großer Fan von Papaya (verstehe ich gut), die hat er nämlich einfach links liegen gelassen.
Wow. Heute ist es soweit. Marley werde ich nicht mehr sehen. Meine Hoffnung war es stattdessen irgendeine andere Katze zu bekommen. Ich hatte mit allem gerechnet: einem anderen Puma, einem Ozelot, einem Margey, aber nicht damit, was es nun schlussendlich wurde. Ich habe quasi ein „Upgrade“ erhalten. Zumindest wenn es um die Nahrungskette geht. Mein neuer Nachmittags-Begleiter ist der Jaguar Kusiy. Er ist die größte und schwerste Katze des gesamten Camps. Deshalb darf er allerdings nicht raus, da es mindestens vier Personen gleichzeitig bräuchte, um ihn an der Leine halten zu können. Er ist tatsächlich ein sehr bezaubernder Kerl. Wir sind heute viel gemeinsam im Kreis gelaufen, er innen und wir außerhalb des Geheges. Er hat übrigens aus den bereits genannten Gründen auch das größte Gehege aller Tiere hier. Er hat quasi seinen eigenen kleinen Regenwald, wo er auch drin verschwinden kann, wenn er genug von uns hat. Er war jedoch fast die ganze Zeit bei uns. Und wenn er seinen Kopf genüsslich ans Gitter reibt, möchte er gern mit seiner Sandpapierzunge über unsere Unterarme schlabbern. Und wer wären wir, wenn wir ihm das verweigern würden? Es ist verdammt lustig, wenn man von so einer großen Katze abgeschleckt wird, nach der zehnten Schlabberattacke ist die oberste Hautschicht dann jedoch etwas abgenutzt. Es ist doch schön, wenn man direkt als sympathisch akzeptiert wird. Jetzt kann sich der nächste mit Marley rumschlagen. Ich habe nun meinen riesigen Schmusekater.
Ein großer Tag für unser Gaia-Team! Ein Spaziergang ohne unsere Katzen-Koordinatorin Jenn, dafür aber mit dem neuen Kollegen im Schlepptau. Das fühlte sich dann doch nochmal anders und aufregender an! Immerhin hätte die Katze im Ernstfall tatsächlich mehr Kraft als wir, wenn sie also rennen will, dann rennt sie. Gaia hätte fast meinen Stiefel erwischt, aber ziemlich sicher hätte sich nur zum Spaß dran geknabbert. ;-) Es erforderte heute außerdem unsere ganze Selbstbeherrschung, mit der Katze am Seil nicht rumzufuchteln, um die Armee von Mücken abzuwehren...
Tag 305 - Der Herbst ist da
Heute früh war es dann wirklich richtig kühl, sodass wir alle die warmen Sachen ausgepackt haben. Die Katzen wollten schon wieder zur Lagune und sogar der alte Mariano hat sich angeschlossen. Irgendwann war es ihm dann aber doch zuviel und er hat sich für eine lange Pause auf einem Baumstamm entschieden. ;-)
Die kühlen Temperaturen in Verbindung mit dem vielen raschelnden Laub im Regenwald erzeugt eine ganz ungewöhnliche Herbststimmung, die eigentlich gar nicht zu diesem tropischen Ort passt.
Es wird aktuell von Tag zu Tag etwas kühler. Heute waren früh also fast alle mit Jacke unterwegs. Da einer meiner beiden Maggie-Kollegen morgen seinen letzten Tag hat und der Andere noch trainiert wird, bin ich heute zum zweiten Mal „nur“ hinterher gelaufen ohne Maggie selbst an der Leine zu haben. So hatte ich aber auch während des Laufens an einigen Stellen die Möglichkeit unsere schöne Maggie auf Foto abzulichten, leider nur mit meiner schlechten Handykamera, aber Maggie sieht sogar auf diesen Fotos toll aus.
Der kleine Peanut hat nach dem ganzen Krach und Herumgeräume heute eine ganz entspannte Session bekommen. Nur ein paar Runden laufen und viel kraulen, das hat ihm offenbar auch gut gefallen. :-)
Mein zweiter Nachmittag mit Kusiy startete etwas langsam, aber nach ein paar mühsamen Runden um sein Gehege hat er gemerkt, dass man mit mir ja auch joggen gehen kann. Also haben wir dann gemeinsam Workout gemacht. Er ist schon ein außergewöhnlicher Trainingspartner.
Obwohl Gaia eigentlich ein Puma ist, das nicht jeden Tag aus dem Käfig möchte, haben wir es heute wieder drauf ankommen lassen. Und siehe da, sie hat sich nach kurzer Bedenkzeit tatsächlich für einen Spaziergang entschieden. Wir sind ja jetzt in neuer Kombination unterwegs, daher muss ich ab jetzt einem anderen Menschen vertrauen, dass er die Katze im Griff hat. Somit ist mein neuer Kollege Tristan sowohl für mein als auch für Marvin Wohlergehen verantwortlich, er arbeitet nämlich auch mit Maggie. Und siehe da, wir haben eine große Runde gedreht und alles lief gut! :-)
Schon wieder ist Mittwoch, da haben die Köchinnen abends frei. Diesmal waren wir in einem anderen Restaurant und es hat sich wirklich maximal gelohnt! Riesige Portionen und wirklich lecker! :-)
Tag 306 - Mit dem falschen Fuß aufgestanden
Der Tag fing schon prima an, als ich mit einem dick geschwollenen Auge aufgewacht bin. Am ehesten ein unglücklicher Mückenstich... Mangels Alternativen hab ich mir dann einen Kühlpack aus einem Paar nasser Socken gebastelt, die im Kühlschrank auf angenehm kalte Temperaturen gebracht wurden. Zum Frühstück gab's dann noch einen Schocker: Beim Öffnen einer Packung Cornflakes sprang doch direkt eine wirklich dicke Spinne aus dem Karton und rannte quer über den Tisch! Dass man beim Anziehen der Gummistiefel vorsichtig sein muss, wissen wir. Aber beim Essen von Cornflakes?
Die Temperaturen fallen weiter und Maggie hat es nun auch gemerkt. Sie hat sich sehr aufgedreht verhalten. Erst wählte sie direkt an den beiden ersten Gabelungen jeweils die längere Route selbst aus und dann merkten wir auch recht schnell, dass sie heute mit dem Sprungbein aufgestanden sein muss. Bei insgesamt fünf Versuchen war die Chance recht hoch, dass einer auch mal was wird. Ich habe dann jetzt wohl Puma-Spuren am Bein. Wessen Lebensziel ist das bitte nicht? Kurze Zeit später wurde ich von meinem Kollegen abgelöst. Alles ist unter fachmännischer Aufsicht von Tierärzten gereinigt und desinfiziert wurden.

Der Vormittag wurde ganz der "Gartenarbeit" gewidmet. Zur Krachvermeidung wollte ich die Machete ruhen lassen und hab stattdessen Unkraut gerupft. Sehr meditativ. ;-) Als ich gerade im Käfig beschäftigt war, ging auf einmal das große Rascheln ringsrum los und eine Herde Wildschweine kam vorbei. An sich machen sie nix, aber ein Zaun dazwischen ist trotzdem nett. ;-) Aber lieber die Schweine als einer der 14 wilden Jaguare, die hier im Gebiet leben...
Während der Mittagspause haben wir uns dann wieder mal verquatscht, sodass dann meine "nur für kurze Zeit" im Gefrierschrank gelagerte Socke leider gefroren war. ;-)
Da ich die letzten zwei Tage Kusiy dazu bewegen konnte überdurchschnittlich viel mit mir zu joggen und das dann heute wohl nicht möglich sein würde, habe ich mich mit den Verantwortlichen darauf geeinigt, heute nicht zu Kusiy zu gehen und stattdessen beim Puma-Jungen Valo nach einem verschollenen Basecap oder dessen Überresten zu suchen. Das wurde wohl vor zwei Tagen im Gehege vergessen und seitdem nicht wieder gesehen. Wir haben jegliches Laub aus dem Gehege entfernt und untersucht. Nirgends ist etwas zu finden. Irgendwie gefällt mir die Vorstellung, dass da jetzt irgendwo im Dschungel ein Äffchen mit Basecap rumrennt, aber sicher werden wir uns wohl nie sein, wo es abgeblieben ist.
Wie wir neulich beim Spaziergang mit Gaia bemerkt haben, ist ihr Wanderweg mit einer 50 Zentimeter tiefen Laubschicht bedeckt. Mit Harke und Machete sind wir durch den Wald gezogen und haben mehr als einmal geflucht. Der Weg ist noch recht neu und daher nicht so "ausgelatscht" wie die anderen, sondern überwuchert recht schnell wieder. Die Zahl der Momente, in denen sich die Harke in einer Ranke verheddert hat, muss wohl ins Dreistellige gehen. ;-)
Tag 307 - Feierabendstimmung
Ich habe es diese Woche noch nicht einmal pünktlich zum Frühstück geschafft, weil sich drei kleinen Katzen morgens immer ganz schön viel Zeit lassen. Heute aber haben wir eine ganze Stunde länger gebraucht als gedacht! Mitten auf dem Weg zur Lagune wurden Beo und Boudica plötzlich ganz still und wachsam, haben viel geschnüffelt und aufmerksam in die Gegend geschaut. Wir haben ein mulmiges Gefühl bekommen, denn so kennen wir die Kleinen eigentlich nicht. Plötzlich rannte Boudica dann ganz erschrocken los und offenbar den ganzen langen Weg bis nach Hause, mit ihrer armen Freiwilligen im Schlepptau. Beo machte genau das Gegenteil und ist den endlos langen Weg im Schneckentempo, ganz wachsam und vorsichtig gegangen, immer auf der Suche nach der Bedrohung. Unsere Vermutung ist, dass eine große Katze, ob nun Puma oder Jaguar (von denen es übrigens 14 Stück hier im CIWY-Gebiet gibt) unseren Weg gekreuzt hat. Da steht man morgens allein mitten im Wald mit einer verängstigten Katze an der Leine, die sich kaum bewegt - und das noch vor dem Frühstück. Wir sind alle sechs heil angekommen, aber es bleibt ein mysteriöser Morgen. ;-)
Aufgrund des Vorfalls von gestern war ich heute früh nicht sofort bei Maggie eingeteilt, bin aber später nach dem Spaziergang dazugestoßen um kräftig zu harken. Vorher habe ich geholfen sowohl unser als auch Matt Damons (Einige erinnern sich vielleicht noch an ihn aus dem ersten Dschungelblog) Frühstück vorzubereiten und dann war ich seit Wochen auch tatsächlich mal wieder beim Frühstück anwesend, heute mit leckeren French Toasts.
Ein unspektakulärer Vor- und Nachmittag meinerseits: Peanut ist knuffig wie immer, Gaia hat sich zu ein paar Runden im Gehege und Kokosnussjagd überreden lassen. Die Füße tun weh am Ende der Woche und der freie Tag wird herbeigesehnt.
Nachmittags war ich wieder bei meinem Lieblingsjaguar Kusiy. Wir sind wieder eine ganze Menge im Kreis gelaufen und wenn er mal kurz nicht wollte, haben wir uns an seine Feuerschneise gemacht, was ihn wiederum interessierte und wir unsere Runden vollenden konnten.
Der geplante Café-Abend hat schon Stunden vorher für Aufregung im Camp gesorgt. Unter dem Motto "Duos" wurden Paare gelost, die sich in unserem "Secondhandshop" Cochabamba mit passenden Outfits für Ihren gemeinsamen Duo-Auftritt eingedeckt haben. Dort gibt es neben Arbeitskleidung auch bunte Kleider, schräge Accessoires und allerlei Krimskrams. Marvin und seine Partnerin sind als Deutscher und Französin in ihren Landesfarben aufgetreten, während ich die Tinkerbell zu meinem Peter Pan wurde. Ein grünes Kleid, ein improvisierter Hut mit einer großen Feder, Blumen und ein Rankenkrönchen sowie selbstgebaute Flügelchen und fertig ist der perfekte Look. ;-)
Abends haben sich dann alle Kostümierten versammelt und für viele Lacher gesorgt. Es gab schlafende Katzen, Strafgefangene, Indigene und Besuch aus den Achtzigern. :-) Tatsächlich haben Peter Pan und Tinkerbell den Wettbewerb gewonnen und sind ganz stolz! ;-)
Tag 308 - Füße hoch
Das Wetter ist kühl und grau, ganz ungewohnt in den Tropen. Wie jeden Samstag sind wir vormittags in die Stadt gefahren, um unsere Vorräte aufzufüllen. Ich war einkaufen, Marvin beim Friseur, dann gab's die üblichen Empanadas und einen Saft. Hoffentlich kommen wir jetzt bis zum Ende mit unserem Kram hin, nochmal fahren wollen wir nämlich nicht.

Den Nachmittag haben wir mehr oder weniger im Schlafsack eingemummelt verbracht und einen kleinen Serienmarathon gemacht. Das sind die einzigen wirklich freien Stunden der Woche, die muss man nutzen! ;-)
Wie üblich an Samstagen gehen alle früh ins Bett, denn die Nacht nach dem Café ist immer ein bisschen kurz. Normalerweise herrscht ab 21:00 Ruhe im Camp, heute waren die meisten schon eine Stunde früher bettfertig. Aber wenn man abends außer in der Küche weder Licht noch Strom hat, kann man außer E-Books lesen auch nicht viel machen. ;-)















































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